Freitag, 16. September 2016

Buch-Tipp: Benedikt XVI - Letzte Gespräche


Papst Benedikt XVI. 2006
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Angesichts des großen Medienhypes der letzten Wochen erübrigt es sich fast, das wohl letzte Interview-Buch mit Benedikt XVI. noch einmal zu empfehlen. Ich oute mich hier als Benedikt-Fan, muss aber auch sagen, dass mich dieses Buch enttäuscht hat. Vielleicht habe ich einfach etwas anderes erwartet. Deswegen möchte ich meine Eindrücke hier trotzdem mitteilen.

Ich habe die "Letzten Gespräche" mit großen Erwartungen gelesen. In den Interview-Büchern mit Peter Seewald hat mich Joseph Ratzinger immer beeindruckt. Ich habe "Salz der Erde" zum ersten Mal kurz nach seiner Papstwahl gelesen und war vom Weitblick und der Analyse  des Kardinals dieser mir damals noch fremden Kirche positiv überrascht. Vor allem seine theologische Tiefe hat mich überzeugt.

All das habe ich in diesem letzten Gesprächsband vermisst. Ich fand gerade den dritten Teil des Buches mit dem Rückblick auf das Pontifikat nicht sehr erhellend. Ich hatte den Eindruck, dass nicht sehr viel Neues dabei herauskam.
Mit Peter Seewald saß Benedikt XVI. ein Freund gegenüber, keine investigativ fragender, kritischer Journalist. Benedikt XVI. hatte Gelegenheit noch einmal seine Sicht der Dinge dazustellen und ich finde, das ist auch in Ordnung. Man merkt diesem gesamten Interviewband an, dass Benedikt XVI. sein Werk vollbracht hat.

Samstag, 10. September 2016

Betrachtung zum 24. Sonntag im Jahreskreis, LJ C

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an Timotheus (1. Tim 1, 12-17)
Ich danke dem, der mir Kraft gegeben hat: Christus Jesus, unserem Herrn. Er hat mich für treu gehalten und in seinen Dienst genommen, obwohl ich ihn früher lästerte, verfolgte und verhöhnte. Aber ich habe Erbarmen gefunden, denn ich wusste in meinem Unglauben nicht, was ich tat. So übergroß war die Gnade unseres Herrn, die mir in Christus Jesus den Glauben und die Liebe schenkte. Das Wort ist glaubwürdig und wert, dass man es beherzigt: Christus Jesus ist in die Welt gekommen, um die Sünder zu retten. Von ihnen bin ich der erste. Aber ich habe Erbarmen gefunden, damit Christus Jesus an mir als Erstem seine ganze Langmut beweisen konnte, zum Vorbild für alle, die in Zukunft an ihn glauben, um das ewige Leben zu erlangen. Dem König der Ewigkeit, dem unvergänglichen, unsichtbaren, einzigen Gott, sei Ehre und Herrlichkeit in alle Ewigkeit. Amen.
 
Wenn man diesen Ausschnitt des ersten Briefes an Timotheus liest, sticht vermutlich oft der Satz "Christus Jesus ist in die Welt gekommen, um die Sünder zu retten." ins Auge. Oft wird man hier hängen bleiben. Über diese zentrale Aussage nicht nur dieses Briefes, sondern unseres Glaubens kann man in Predigten und Auslegungen sicher auch vortrefflich (und erbaulich) nachdenken. Man gerät nur sehr schnell in Gefahr, sich mit dem eigentlichen Text des Briefes nur am Rande auseinanderzusetzen.

Montag, 5. September 2016

Landtagswahl in M-V - Herausforderung für die Kirche(n)?

Im Vorfeld der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern haben die Kirchen im Norden (Erzbistümer Hamburg und Berlin und die Nordkirche) eine gemeinsames Bischofswort verfasst. In ihm heißt es:

"Es scheint das Gefühl zu wachsen: Nächstenliebe für alle, das können wir uns nicht mehr leisten. Bedrohungsgefühle wandeln sich zu Wut. Darauf müssen wir überzeugende Antworten finden, die zusammen führen und nicht spalten. Dabei sind vermeintliche Lösungen, die die parlamentarische Demokratie, den Rechtsstaat oder die Grundrechte in Frage stellen, für Christinnen und Christen nicht akzeptabel und Parteien, die solches vorschlagen, nicht wählbar. Wer trotz der eigenen Freude über den Mauerfall vor 27 Jahren heute wieder neue Mauern errichten will und wehrlose Flüchtlinge, die sich in einer existentiellen Not befinden, mit Gewalt aus Europa fernhalten will, bewegt sich nicht im Rahmen christlicher Prinzipien."
Ich denke, hier hört jeder den Bezug auf die NPD, aber auch die AfD heraus. Deutlicher hätten sich die Kirchen kaum noch positionieren können.

Sonntag, 4. September 2016

Film-Tipp: Mutter Theresa: Ihre Briefe. Ihr Leben.


Am Tag ihrer Heiligsprechung möchte ich den Film "Mutter Teresa: Ihre Briefe. Ihr Leben" (Orginaltitel "The Letters") empfehlen.
Während des Heiligsprechungsprozesses von Mutter Teresa sind private Briefe von ihr an ihren geistlichen Begleiter Father Celeste van Exem aufgetaucht. In diesen Briefen beschreibt sie - sehr zum Erstaunen der Öffentlichkeit - die Dunkelheit und gefühlte Gottverlassenheit, die sie umgab. Diese Briefe wurden posthum veröffentlicht.

Betrachtung zum 23. Sonntag im Jahreskreis, LJ C

Lesung aus dem Buch der Weisheit (Weish 9,11-13)
Welcher Mensch kann Gottes Plan erkennen, oder wer begreift, was der Herr will?
Unsicher sind die Berechnungen der Sterblichen und hinfällig unsere Gedanken; denn der vergängliche Leib beschwert die Seele, und das irdische Zelt belastet den um vieles besorgten Geist. Wir erraten kaum, was auf der Erde vorgeht, und finden nur mit Mühe, was doch auf der Hand liegt; wer kann dann ergründen, was im Himmel ist?
Wer hat je deinen Plan erkannt, wenn du ihm nicht Weisheit gegeben und deinen heiligen Geist aus der Höhe gesandt hast? So wurden die Pfade der Erdenbewohner gerade gemacht, und die Menschen lernten, was dir gefällt; durch die Weisheit wurden sie gerettet.

Samstag, 27. August 2016

Betrachtung zum 22. Sonntag im Jahreskreis, LJ C

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas (Lk 14, 1.7-14)
Als Jesus an einem Sabbat in das Haus eines führenden Pharisäers zum Essen kam, beobachtete man ihn genau. Als er bemerkte, wie sich die Gäste die Ehrenplätze aussuchten, nahm er das zum Anlass, ihnen eine Lehre zu erteilen. Er sagte zu ihnen:
Wenn du zu einer Hochzeit eingeladen bist, such dir nicht den Ehrenplatz aus. Denn es könnte ein anderer eingeladen sein, der vornehmer ist als du, und dann würde der Gastgeber, der dich und ihn eingeladen hat, kommen und zu dir sagen: Mach diesem hier Platz! Du aber wärst beschämt und müsstest den untersten Platz einnehmen. Wenn du also eingeladen bist, setz dich lieber, wenn du hinkommst, auf den untersten Platz; dann wird der Gastgeber zu dir kommen und sagen: Mein Freund, rück weiter hinauf! Das wird für dich eine Ehre sein vor allen anderen Gästen.
Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.
Dann sagte er zu dem Gastgeber: Wenn du mittags oder abends ein Essen gibst, so lade nicht deine Freunde oder deine Brüder, deine Verwandten oder reiche Nachbarn ein; sonst laden auch sie dich ein, und damit ist dir wieder alles vergolten. Nein, wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein. Du wirst selig sein, denn sie können es dir nicht vergelten; es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.
 
Auf den ersten Blick scheint Jesus hier klare Handlungsanweisungen für den Alltag zu geben. "Wenn du eingeladen bist, such dir nicht den Ehrenplatz aus." oder "Wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein.". Aber das wäre zu simpel.

Donnerstag, 2. Juni 2016

Zur Einstimmung: Heiligstes Herz Jesu

Zur Einstimmung auf das Hochfest Heiligstes Herz Jesu
eine bunte Mischung an Videos und Links.
 
Beginnen wir mit der Herz-Jesu-Litanei in Englisch und Latein


Wer sich genauer mit dem Herz-Jesu-Fest und der Herz Jesu-Verehrung beschäftigen will, ist für den Einstieg mit den Artikeln in der Wikipedia und kathpedia  im Heiligenlexikon gut bedient.

Wer sich ausführlicher damit auseinandersetzen will, dem sei die von Wolfgang Schneider vorgelegte Inaugural-Dissertation mit dem Thema: Die Herzenswunde Gottes:die Theologie des durchbohrten Herzens Jesu alsZugang zu einer spirituellen Theodizeefrage,2007 ans Herz gelegt. Wer aktuelle Informationen z.B. auch über die Theologie der Herz-Jesu-Verehrung sucht, ist hier genau richtig.

Gebete zum Herzen Jesu finden sich beispielsweise hier.
Wer den Herz-Jesu-Freitag regelmäßig begehen möchte, findet hier Anregungen und Gebete.

In einigen Gegenden hat sich ein eigenes Brauchtum entwickelt, z.B Südtirol.