Samstag, 27. August 2016

Betrachtung zum 22. Sonntag im Jahreskreis, LJ C

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas (Lk 14, 1.7-14)
Als Jesus an einem Sabbat in das Haus eines führenden Pharisäers zum Essen kam, beobachtete man ihn genau. Als er bemerkte, wie sich die Gäste die Ehrenplätze aussuchten, nahm er das zum Anlass, ihnen eine Lehre zu erteilen. Er sagte zu ihnen:
Wenn du zu einer Hochzeit eingeladen bist, such dir nicht den Ehrenplatz aus. Denn es könnte ein anderer eingeladen sein, der vornehmer ist als du, und dann würde der Gastgeber, der dich und ihn eingeladen hat, kommen und zu dir sagen: Mach diesem hier Platz! Du aber wärst beschämt und müsstest den untersten Platz einnehmen. Wenn du also eingeladen bist, setz dich lieber, wenn du hinkommst, auf den untersten Platz; dann wird der Gastgeber zu dir kommen und sagen: Mein Freund, rück weiter hinauf! Das wird für dich eine Ehre sein vor allen anderen Gästen.
Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.
Dann sagte er zu dem Gastgeber: Wenn du mittags oder abends ein Essen gibst, so lade nicht deine Freunde oder deine Brüder, deine Verwandten oder reiche Nachbarn ein; sonst laden auch sie dich ein, und damit ist dir wieder alles vergolten. Nein, wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein. Du wirst selig sein, denn sie können es dir nicht vergelten; es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.
 
Auf den ersten Blick scheint Jesus hier klare Handlungsanweisungen für den Alltag zu geben. "Wenn du eingeladen bist, such dir nicht den Ehrenplatz aus." oder "Wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein.". Aber das wäre zu simpel.

Donnerstag, 2. Juni 2016

Zur Einstimmung: Heiligstes Herz Jesu

Zur Einstimmung auf das Hochfest Heiligstes Herz Jesu
eine bunte Mischung an Videos und Links.
 
Beginnen wir mit der Herz-Jesu-Litanei in Englisch und Latein


Wer sich genauer mit dem Herz-Jesu-Fest und der Herz Jesu-Verehrung beschäftigen will, ist für den Einstieg mit den Artikeln in der Wikipedia und kathpedia  im Heiligenlexikon gut bedient.

Wer sich ausführlicher damit auseinandersetzen will, dem sei die von Wolfgang Schneider vorgelegte Inaugural-Dissertation mit dem Thema: Die Herzenswunde Gottes:die Theologie des durchbohrten Herzens Jesu alsZugang zu einer spirituellen Theodizeefrage,2007 ans Herz gelegt. Wer aktuelle Informationen z.B. auch über die Theologie der Herz-Jesu-Verehrung sucht, ist hier genau richtig.

Gebete zum Herzen Jesu finden sich beispielsweise hier.
Wer den Herz-Jesu-Freitag regelmäßig begehen möchte, findet hier Anregungen und Gebete.

In einigen Gegenden hat sich ein eigenes Brauchtum entwickelt, z.B Südtirol.

Dienstag, 31. Mai 2016

Mein Weg mit Maria


Maria Mutter Gottes
Madonna von Münsterschwarzach
Foto: Berthold Werner, wikimedia,
under Creative Commons Attribution 3.0 Unported License
Ich möchte den Marienmonat Mai nicht enden lassen, ohne noch einen sehr persönlichen Beitrag über die Jungfrau und Gottesmutter verfasst zu haben.
 
Ich bin Konvertit und damit evangelisch groß geworden. Da spielte Maria überhaupt keine Rolle. Ich erinnere mich, dass einer meiner Deutsch- und Geschichtslehrer einmal in der Klasse gefragt hat, wer katholisch sei. Eine Mitschülerin hebt die Hand und wird gefragt, ob sie das Ave Maria kann. Sie muss leider mit dem Kopf schütteln. Das ist meine erste Erinnerung an Maria in der katholischen Kirche. Vielleicht doch etwas aus der Zeit gefallen.
 
Während meines evangelischen Theologiestudiums stellte ich fest, dass viele Kommilitonen ein Problem mit der Jungfrauengeburt haben. Mir war das nie nachvollziehbar. Wie soll Jesu Göttlichkeit denn erklärt werden, wenn er einen menschlichen Vater gehabt hätte? Die Alternative, er sei erst bei der Taufe adoptiert worden, fand ich unbefriedigend. So hatte ich jedenfalls keine denkerischen Berührungsängste zu Maria.

Montag, 30. Mai 2016

Katholikentag - Mediale Highlights



Videobotschaft des Papstes zum Katholikentag
 
Ich bin selbst nicht auf dem Katholikentag gewesen, aber mir ist aufgefallen, wie viel Aufmerksamkeit er in den Medien erhalten hat. Ich möchte hier vor allem auf einige TV-Sendungen aufmerksam machen.
 
Die Sendung "Mensch sein" aus der ARD-Reihe "Gott und die Welt" hat mich positiv überrascht. Sie punktet mit Blicken hinter die Kulissen des Katholikentages und drei Interviews, die wirklich etwas zum Thema "Glaube und Kirche" aus den Interviewten herauskitzeln. Empfehlenswert!
 
Wirklich positiv überzeugt hat mich der ZDF-Rückblick "Wir sind das Volk". Ein Reporter wird auf dem Katholikentag zu Chauffeur und kommt so mit einfachen Teilnehmern des Katholikentages ins Gespräch. In einfühlsamer Weise werden der Austausch mit Atheisten, der interreligiöse Dialog mit dem Islam, die Auseinandersetzung mit LEGIDA und die Frage, was Volkskirche heute bedeutet, angegangen. Die Formulierung "Kirche im Volk" am Ende der Sendung von Erzbischof Heiner Koch hat mich jedenfalls sehr zum nachdenken gebracht. Schade, dass diese Sendung erst um 00:35 Uhr lief und ihre Zuschauer wohl über die Mediathek finden muss.
 
Bereits zur Vorbereitung auf den Katholikentag strahlte das ZDF die Sendung "Zwischen Revolution und Kuschelkurs" aus. Hier wird die Geschichte und die aktuelle Bedeutung des Katholikentags beleuchtet.
 
In der ebenfalls im Vorfeld ausgestrahlten Sendung "Horizonte: 100x Katholikentag" des HR gehen der Präsident des ZdK und ein Historiker im Interview der Geschichte des Katholikentages nach und fragen, welche Bedeutung Kirche heute noch hat.
 
Mit der Sendung "Sonntags" liefert das ZDF einige Hintergrundinformation, wie die kirchliche Situation in Leipzig zur Zeit aussieht.
 
Die Sendung "Stationen" des BR war on Tour in Leipzig und stellt das kirchliche Leben dort vor, u.a. die Aktivitäten der Propsteigemeinde.
 
Auch die großen Gottesdienste sind übertragen worden. Man kann die Eröffnungsfeier am Mittwoch, den Gottesdienst zu Fronleichnam und den Abschlussgottesdienst noch einmal anschauen.
 
Auch das "Wort zum Sonntag" beschäftigte sich mit dem Katholikentag.
 
Der MDR hat seine eigenen Audios und Videos auf einer eigenen Homepage gesammelt. Hier kann vieles vertieft werden.
Ähnlich hat auch domradio seine Beiträge gesammelt. Zudem lohnt es sich auch die Mediathek des Deutschlandradios zu besuchen.
 
Die Redakteure von katholisch.de ziehen Bilanz.
 



Samstag, 28. Mai 2016

Betrachtung zum 9. Sonntag im Jahreskreis, LJ C

Jesus und der Hauptmann von Kafarnaum, Codex Egberti (10. Jh.)
Bild: wikimedia, public domain
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas (Lk 7,1-10)
Als Jesus diese Rede vor dem Volk beendet hatte, ging er nach Kafarnaum hinein.
Ein Hauptmann hatte einen Diener, der todkrank war und den er sehr schätzte.
Als der Hauptmann von Jesus hörte, schickte er einige von den jüdischen Ältesten zu ihm mit der Bitte, zu kommen und seinen Diener zu retten.
Sie gingen zu Jesus und baten ihn inständig. Sie sagten: Er verdient es, dass du seine Bitte erfüllst; denn er liebt unser Volk und hat uns die Synagoge gebaut.
Da ging Jesus mit ihnen. Als er nicht mehr weit von dem Haus entfernt war, schickte der Hauptmann Freunde und ließ ihm sagen:
Herr, bemüh dich nicht! Denn ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst. Deshalb habe ich mich auch nicht für würdig gehalten, selbst zu dir zu kommen. Sprich nur ein Wort, dann muss mein Diener gesund werden. Auch ich muss Befehlen gehorchen, und ich habe selber Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es.
Jesus war erstaunt über ihn, als er das hörte. Und er wandte sich um und sagte zu den Leuten, die ihm folgten: Ich sage euch: Nicht einmal in Israel habe ich einen solchen Glauben gefunden.
Und als die Männer, die der Hauptmann geschickt hatte, in das Haus zurückkehrten, stellten sie fest, dass der Diener gesund war.

Dienstag, 24. Mai 2016

Zur Einstimmung: Fronleichnam erklärt - auf Youtube


Zur  Einstimmung auf das Hochfest des Leibes und Blutes Christi möchte ich nun einige kurze Videos vorstellen, die diesen Festtag erklären oder sich mit der Eucharistie oder der Heiligen Messe auseinandersetzen.

Das Bistum Eichstätt hat ein Erklärvideo mit Bildern von Gottesdienst und Prozession eingestellt.

Montag, 23. Mai 2016

Verreckt die Kirche an ihrer Sprache?

"Jesus lädt Dich ein – ja auch Dich. Er lädt Dich ein zum gemeinsamen Mahl. Zu dem Mahl, wie er es mit seinen Jüngern geteilt hat. Das Teilen von Brot und Wein in der Gemeinschaft. Eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig bestärkt und aufeinander vertrauen kann. Eine Gemeinschaft, in der nicht nur Nahrung geteilt wird, sondern auch Glaube. Denn der Mensch lebt nicht vom Brot allein."
 
Bei einer solchen Sprache in der Verkündigung gruselt es mich. Und da bin ich wohl nicht der Einzige. Dieses Zitat ein Beispiel für "verschrobene, gefühlsduselnde Wortbilder" von Theologen, dass der politische Strategie-Berater und examinierte Politologe und Germanist Erik Flügge anbringt.
Er hat heute sein Buch "Jargon der Betroffenheit" mit dem Untertitel "Verreckt die Kirche an ihrer Sprache?" veröffentlicht.  Deswegen ist heute ein Interview mit ihm auf katholisch.de erschienen.
Flügge betreibt auch einen eigenen Blog. Dort ist auch der von katholisch.de erwähnte Brandbrief an die Theologen erschienen. Heute promotet er dort sein neues Buch mit Leseproben. Dort steht auch das obige Zitat.
 
Nicht schlechte Stil, sondern unsinniger Inhalt
Zu erst einmal ist die Rhetorik, der Stil des obigen Beispiels nicht der Beste. Das Gesagte wirkt fast einschläfernd, so repetitiv ist es. Diese Verkündigung leidet aber nicht nur an ihrem schlechtem Stil, sondern ihrem unsinnigen Inhalt. Das jedoch kritisiert Flügge nicht. Kann mir mal bitte jemand sagen, wo Jesus in den Evangelien je jemanden zum Essen eingeladen hat? Mir fällt jedenfalls keine Stelle ein. Im Gegenteil, ich denke zuerst an Zachäus. Zu dem sagt er "Ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein" (Lk 19,5). Ich denke an die Hochzeit zu Kana (Joh 2,1-12), bei der Jesus zu Gast war. Ich denke an Maria und Martha, wo Jesus zu Gast war (Lk 10,38-42). Ich denke an andere Geschichten, wo Jesus zu Gast war (z.B. Mt 9,10; Lk 7,36; Lk 11, 37; Lk 14,1). Jesus war stets der Eingeladene. Die Speisung der 5000 fand statt, weil die Menschen gekommen waren, um ihn zu hören und hungrig wurden (Lk,9-12-17). Wohin hätte Jesus als Wanderprediger die Menschen auch einladen sollen? Selbst den Ort für das letzte Abendmahl mussten die Jünger vorbereiten, indem sie einem Mann folgen und ihm einen Raum abschwatzen (Lk 22).
 
Ein weiteres Problem ist, das Jesus auch  nicht in seine Nachfolge einlädt.  "Kehrt um und glaubt an das Evangelium!" so beginnt in Mk 1,15 Jesu Verkündigung. "Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen", sagt Jesus zu Simon Petrus und Andreas (Mk 1,17). Jesus begegnet den Brüdern Johannes und Zebedäus. "Sofort rief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus (...) zurück und folgten Jesus nach." (Mk 1,20). "Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein", ermahnt Jesus (Lk 14,27).  Alle Nachfolgeworte Jesu sind radikal. Nur traut sich heute kaum jemand noch so radikal von der Kanzel zu sprechen. Das kritisiert auch Erik Flügge.